Wohin geht die Reise? Podiumsdiskussion zum Reformationsjahr

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Luther3Welche Bedeutung hat die Kirche heute noch? Was hat die Kirche Jugendlichen in der Gegenwart noch zu sagen? Diesen Fragen stellten sich sowohl die beiden eingeladenen Gäste als auch die circa 200 Zuhörer, darunter vor allem Schülerinnen und Schüler der Jacob-Grimm-Schule (JGS). Anlässlich des 500-jährigen Thesenanschlag Luthers hatte die Religionsfachschaft Prof. Dr. Martin Hein, Bischof der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, sowie Prof. Dr. Tom Kleffmann, der an der Universität Kassel den Lehrstuhl für Systematische Theologie innehat, zu einer Podiumsdiskussion mit dem Titel „500 Jahre Reformation – Die Kirche ist tot“, federführend organisiert von Stephanie Schulze, in die JGS eingeladen.

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Nach einem szenischen Einstieg durch den Geschichtsleistungskurs Annabelle Weyers, der die Dynamik der Zeit Luthers sowie positive wie auch negative Facetten seines Wirkens aufgriff, führte Bernd Trusheim durch die Veranstaltung und stellte Ergebnisse einer Umfrage in den Religionskursen der JGS vor, die die religiöse Sozialisierung und Praxis der Befragten thematisierte. Dem Ergebnis, dass nur noch fünf Prozent der Befragten regelmäßig oder gelegentlich zum Gottesdienst gehen, stellte Bischof Hein in seinem Vortrag die über drei Millionen Menschen entgegen, die sonntäglich deutschlandweit die Kirche besuchen. Er verdeutlichte, dass Gemeinschaft in der Kirche vor allem „analog“ erfahrbar sei, thematisierte aber auch die Möglichkeiten moderner Medien, Menschen zu erreichen. Zudem verwies er auf die Rolle der Kirche, „ich-starke“ Persönlichkeiten zu bilden, die sich auch für andere einsetzen, wie zum Beispiel bei der Flüchtlingshilfe in den letzten Jahren geschehen.

Auch Prof. Dr. Tom Kleffmann verwies auf die Kirche als lebendige Gemeinschaft und Luther als „Kirchenvater“, der die Kirche vor ihrem Untergang bewahrt und sich auf das Wesentliche konzentriert habe. Man müsse im Sinne Luthers immer wieder an der Erneuerung der Kirche arbeiten. Außerdem verwies Kleffmann auf die Bedeutung der Kirche in vielen Staaten der Welt.

Nach einer kurzen Pause, in der das Team der Cafeteria für das leibliche Wohl sorgte, stellten sich beide Redner den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Hier ging es vor allem um die Modernisierung der Kirche, Kommunikationsmöglichkeiten und die Bedeutung neuer Medien. Die Fragen zur Zukunft und Wandlung der Kirche zeigten, dass es keine einfachen Antworten gibt, es aber immer wieder darum gehen müsse, „ins Herz zu treffen“, die Menschen mitzunehmen, das Bilden eigener Urteile anzuregen und das Miteinander zu fördern. Mit diesen Denkanstößen wurden die Zuschauer in den Abend entlassen.

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Fotos: Jana Keßler (Q3)