20 Jahre Spanienaustausch an der Jacob-Grimm-Schule

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Mit argentinischen Klängen, spanischem Gesang und Tapas feierten deutsche und spanische Schüler und Lehrer kurz vor den Sommerferien am Bootshaus der Jacob-Grimm-Schule (JGS) das 20. Jubiläum des Austausches mit Tres Cantos, einer kleinen Stadt nahe der spanischen Hauptstadt Madrid. Das Fest bedeutete gleichzeitig auch die Verabschiedung der nun schon zwanzigsten spanischen Schülergruppe in Kassel, was allen Beteiligten nach gemeinsamen Aktionen und Ausflügen schwerfiel. Denn schon bei dem Besuch der JGS-Schüler in Tres Cantos im April waren Freundschaften geknüpft worden.

Gruppenbild

Für die Schüler ist der Austausch eine einmalige Chance, in Kontakt mit der Kultur zu treten, die sie in der Schule nur durch den Unterricht erfahren. Die vielfältigen Erfahrungen, die die Schüler aus den Gastfamilien mitbringen, und die Motivation, die Sprache weiter zu lernen und anzuwenden, führen seit 20 Jahren zu demselben Entschluss: Weitermachen lohnt sich!

Die Entstehung der Partnerschaft war eher ungewöhnlich: Im September 1994 machte der Philosophielehrer Carlos Rivas aus Tres Cantos ein dreiwöchiges Hospitationspraktikum an der Jacob-Grimm-Schule. Seine offene Art, obwohl er nur wenig Deutsch sprach, begeisterte alle. Bei seinem Abschied schlug er dann vor, einen Schüleraustausch zu beginnen, auch wenn in seiner Heimatschule kein Deutsch unterrichtet wurde. Sechs Mädchen begaben sich dann im Oktober 1995 mit der Spanischlehrerin Brigitte Kirchherr auf die 26-stündige, abenteuerliche Reise mit dem Europabus nach Madrid –  dass es damals schon günstige Flüge gab, fand die Schule erst später heraus. Begeistert von der Herzlichkeit der Gastfamilien kam die kleine Gruppe zurück. Sie schwärmte außer von Madrid von Segovia, Toledo und Avila und von Churros, Paella und Tapas und war überzeugt, dass dieser Austausch unbedingt fortgesetzt und ausgeweitet werden muss.

Musiker

Als dann an der Heinrich-Schütz-Schule Spanisch auch als zweite Fremdsprache unterrichtet wurde, konnten bald auch Schüler ab der 8. Klasse daran teilnehmen, und so ist der Austausch langsam auf eine Teilnehmerzahl von 20-25 gewachsen.

2010 wurde der Austausch durch den Ausbruch des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull auf eine besonders harte Probe gestellt, da die Gruppe erst drei Tage später per Bus Tres Cantos verlassen konnte. Die sofortige, unkomplizierte Bereitschaft der spanischen Gastfamilien, ihre Gastschüler wieder aufzunehmen und über das Wochenende zu betreuen, war einmal mehr Beweis der Gastfreundschaft, aber auch des Stellenwerts, den der Austausch für die beiden Schulen hat. Ein Dank gilt daher den Kollegen der Schule Pintor Lopez in Tres Cantos sowie der Heinrich-Schütz-Schule, ohne die der jährliche Austausch nicht möglich wäre.

Einige spanische Teilnehmer haben sogar anschließend Deutschunterricht an privaten Sprachenschulen genommen und sind mehrfach nach Kassel zurückgekehrt, ein paar haben sogar später in Deutschland studiert.

Weitermachen lohnt sich definitiv!

Text: Carolina Inaraja Pérez/Annabelle Weyer

Fotos: Carolina Inaraja Pérez

Foto 2: Diego Jascalevich und Rui Reis (http://www.diegojasca.de/deutsch/trio.html)